In der fünften Minute der Nachspielzeit explodierte am späten Freitagabend der Jubel im Manchinger Sportpark: Luca Bienek schob den Ball nach einem gut getimten Steilpass von Maximilian Eberwein ins lange Eck und rettete dem SV Manching im Spitzenspiel der Landesliga Südwest gegen den VfB Durach noch ein 2:2 (0:2). Lange hatte der Tabellenführer wie der sichere Sieger ausgesehen, doch der SVM bewies in der Schlussphase Moral und belohnte sich mit dem Punktgewinn für eine starke Vorstellung.
Dabei hatten die Manchinger schon in der ersten halben Stunde Vorteile. „Wir haben ein wirklich überragendes Spiel gemacht“, meinte SVM-Trainer Cüneyt Köz. Seine Mannschaft setzte Durach früh unter Druck, gewann Bälle und kam zu guten Möglichkeiten. Die beste hatte Berkan Aydin, dessen Schuss aus sieben Metern aber nur am Pfosten landete.
Dann machten sich die Hausherren durch zwei Fehler das Leben selbst schwer: In der 40. Minute grätschte Timo Jung im Strafraum zu ungestüm und verursachte so einen Elfmeter für den VfB. Tobias Seger verwandelte zum 0:1. Nur zwei Minuten später schlug der Duracher erneut zu. Nach einer Flanke rutschte Vincent Amann im Strafraum aus, Seger erhöhte auf 0:2. „Das waren die einzigen zwei Fehler, die wir in der ersten Halbzeit gemacht haben – und die wurden vom Tabellenführer sofort bestraft“, haderte Köz. Ansonsten habe seine Mannschaft eine starke erste Hälfte gespielt. Entsprechend gab es in der Pause wenig zu verändern.
SVM: Späte Treffer von Aydin und Bienek
Manching blieb auch nach dem Seitenwechsel am Drücker und übernahm zunehmend wieder die Kontrolle. Durach kam kaum noch zu Entlastungsangriffen, der SVM spielte fast ausschließlich in der Hälfte der Allgäuer. Nur der Anschlusstreffer fehlte aus Sicht der Gastgeber. „Der Ball wollte irgendwie nicht rein“, sagte Köz. In der 89. Minute war es dann aber so weit. Sebastian Graßl flankte in den Strafraum, Aydin nahm den Ball am zweiten Pfosten direkt mit dem Fuß und verkürzte auf 1:2.
Damit war die Partie wieder offen. Durach verteidigte in den Schlussminuten mit großer Leidenschaft, doch der SVM warf nun alles nach vorne. In der fünften Minute der Nachspielzeit fiel dann tatsächlich noch der Ausgleich. Eberwein legte für Bienek auf, der den Ball ins lange Eck schob. „Die Mannschaft hat bis zur letzten Sekunde gekämpft, alles reingehauen und Charakter gezeigt“, lobte Köz. Gerade die Reaktion nach dem 0:2-Rückstand habe ihn beeindruckt.
Der Punkt war für den SVM letztlich auch verdient. „Drei wären schöner gewesen, die hätten wir auch holen können“, meinte Köz. Mit dem einen Zähler gegen den Tabellenführer könne er aber gut leben. Durach bleibt damit sechs Punkte vor den Manchingern, die laut Köz aus dem 2:2 neuen Mut schöpfen. „Man hat gesehen, dass wir gegen wirklich jede Mannschaft mithalten können.“ Nun gelte es, die Entwicklung fortzusetzen und die Fehler aus dem Spitzenspiel abzustellen.
Quelle: Norbert Dengler, Donaukurier
